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Bitcoin hier, Bitcoin da, überall liest und hört von Bitcoin in den Medien. Wenn sogar meine Eltern mitbekommen was Bitcoin ist, weiss man, dass der Bitcoin den Mainstream erreicht hat. Der Grund weshalb Bitcoin nun so präsent in den Medien und in den Köpfen vieler ist, ist natürlich der enormen Wertsteigerung des Bitcoins während dieses Jahres geschuldet. Wir erleben gerade die Kryptomanie und somit vielleicht eine Blase wie damals die Tulpenmanie.

So betrug der Wert des Bitcoins am Jahresanfang ca. $997.67 USD, während er nun bei $19,189.48 USD liegt. Also eine Wertsteigung von ca. 1823.43% für eine virtuelle Kryptowährung. Wie man in der folgenden Abbildung sehen kann entspricht dies einem exponentiellem Wachstum und sieht nach einer gewaltigen Spekulationsblase aus.

Die grosse Frage lautet nun, wann die Bitcoin-Blase platzt. Wiederholt sich die Geschichte wie damals bei der Tulpenmanie?

Ein schönes Modell, das den Verlauf einer Spekulationsblase beschreibt, haben die Ökonomen Hyman Minsky und Charles Kindleberger entwickelt [1]. Gemäss diesem Modell befinden wir uns gerade in der Euphorie-Phase. In dieser Phase glauben die Anleger, dass der Boom ewig anhält und die Preise weiter steigen.

Kurz gesagt, besteht das Modell aus fünf Phasen [1]:

  • Verlagerung: Ein exogener Schock wie zum Beispiel eine technische Innovation findet statt, der die Wirtschaft grundlegend verändern wird. Im Falle von Bitcoin ist dies die Blockchain Technologie.
  • Boom: Es formt sich die überzeugende Argumentation rund um das Anlagethema wie zum Beispiel der Kryptowährungen und dem Krypto-Mining. Kredite beginnen zu fliessen und die Preise steigen. Die steigenden Preise bestätigen die getätigten Investitionen. Ein positivier Rückkopplungseffekt ensteht.
  • Euphorie: Anleger glauben, dass der Boom ewig anhält und die Preise weiter steigen.
  • Finanzielle Not: Ein bestimmtes Ereignis tritt ein, das die Blase zum Platzen bringt. Die Preise beginnen zu sinken. Einige Marktteilnehmer tätigen noch ein paar Zukäufe. Plözlich befinden sich die Preise im Sinkflug. Erste Marktteilnehmer geraten in Schwierigkeiten, da sie sich in der Boom-Phase stark verschuldet haben. Sie müssen schnell ihre Position reduzieren um liquid zu bleiben. Die Preise fallen noch stärker, so dass ein negativer Rückkopplungseffekt einsetzt.
  • Abscheu: Investoren wenden sich endgültig vom Anlagethema ab. Das Ausmass der Fehlinvestitionen wird ersichtlich. Die Preise sind auf ein extrem tiefes Niveau gefallen.

[1]: fuw.ch - Die Anatomie der Spekulationsblase

© Alexander Rüedlinger, 2017-2018
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